2026-10-02|Rückblick| Am Vorabend des Tages zur Deutschen Einheit hat die Songgruppe „Trotz alledem“ mit den Zuhörern im Stadtheim und dem Programm „Gegen das Vergessen“ einen besonderen Ausflug in die deutsche Geschichte gemacht. Lieder aus der Zeit nach 1848 bis 1933 und der Machtergreifung der Nazis sowie Texte mit lebendigem Zeitkolorit haben an die Kämpfe der Vergangenheit, an Siege und bittere Niederlagen, an Hoffnungen und Enttäuschungen erinnert. Beklemmend dabei Analogien zur Jetztzeit — dem wachsenden Einfluss rechtsextremer Kräfte, der milliardenschweren Aufrüstung und Militarisierung vor allem auch gedanklich, der Wohnungsnot damals und heute sowie Kürzungen in den Sozialetats. Hansi Weber von den Mannheimer NaturFreunden und Ariane Graske von der VVN waren sich einig: „Widerstand leisten kostet jetzt nichts. Wenn Faschisten an der Macht sind ist es zu spät.“ Dennoch: Die Idee der Freiheit sei nicht auszulöschen. Und so hatte der Liederabend auch etwas Leichtes, fast Beschwingliches mit den Liedern der „goldenen 20er Jahre“ und ihrer scheinbar unbändigen Lebenslust. Das Erwachen danach war fürchterlich wie wir alle wissen.
